In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen Katzen aus der Narkose nicht mehr erwachen. Prozentual gesehen handelt es sich hierbei vermehrt um Maskenkatzen.

   

Aber warum ist das so ?

Als ich mich mit dieser Frage beschäftigte, wurde mir klar, dass dieses Problem in sehr vielen Ländern bereits schon lange ein Thema war. In den USA, Australien, Neuseeland und England werden Katzen fast ausschließlich mittels  Lachgas narkotisiert. In Deutschland wird diese Narkoseform leider selten angewandt.

  

Besonders Maskenkatzen haben durch den Akromelanismus ein anderes Stoffwechselverhalten. Die Narkose wirkt bei ihnen sehr viel stärker als bei anderen Katzenarten. Hinzu kommt bei vielen Tieren eine ausgeprägte Allergiebereitschaft.

Es kommt zu Überdosierungen, wenn die Katzen vor der OP weder gewogen noch sorgfältig untersucht werden. Hierbei reicht es, wenn sich Besitzer oder Tierarzt sich geringfügig im Gewicht verschätzen. 

    

Aber wie sollte die "optimale" OP aussehen ?

Ein verantwortungsvoller Tierarzt untersucht die Katze sorgfältig vor der OP. Hierzu gehört auch unbedingt ein Abhören des Herzens und eine genaue Gewichtskontrolle. Die Narkose sollte möglichst nah am Gewicht und, wenn möglich, bei kleineren OP`s sogar leicht unterdosiert werden. Nachgespritzt werden kann immer noch, sollte die Katze nicht richtig schlafen. Am Besten wäre natürlich eine Lachgasnarkose, die über eine Maske verabreicht wird. Das dauert zwar länger, aber die Katze ist sofort nach der OP wieder fit und das Risiko eines Herzstillstands ist auf ein Minimum reduziert. Während der OP sollte der Tierarzt die Katze mittels Infusion mit Vitamin B und Kalzium versorgen. Sollte es dennoch zu Komplikationen kommen, kann dann sofort medikamentös eingeschritten werden. Falls der Tierarzt über ein Diagnosegerät für den Blutdruck verfügt, was leider auch kein Standard ist, sollte die Katze während der OP daran angeschlossen sein und auch danach noch einige Zeit überwacht werden. 

   

Wie wirkt sich die Narkose während eines Kaiserschnittes auf die Kitten im Mutterleib aus ?

Leider manchmal sehr schlecht. Ist die Narkose zu hoch dosiert und dauert das Öffnen zu lange, haben die Ungeborenen bereits soviel Narkosemittel mitbekommen, dass sie nicht mehr "wach" werden bzw. die Atmung im schlimmsten Fall bereits gelähmt ist, d. h. das sich die Lungen nicht durch den ersten Atemzug entfalten können.

Hält man sich vor Augen, dass Maskenkatzen per se gefährdet sind, ist dies wirklich russisches Roulette mit dem Leben der Jungen.

Bitte unbedingt die Kitten noch im OP bei der Mutter anlegen und auch während Mama schläft die Kitten immer wieder bei ihr anlegen, damit Mutterinstinkt und Milchproduktion nicht verloren gehen. Trotzdem sollten die Kitten in den ersten Tagen zugefüttert werden, so lange bis die Milch (nach ca. 2 - 3 Tagen etwa) wieder einschießt. Hilfreich ist hier (auch trotz Kastration der Mutter) die Injektion von Oxytocin, das nicht nur die Wehentätigkeit anregt, sondern auch den Milchfluss. 

Ansonsten sollten die Kitten zwar im selben Raum wie die Mutter sein. Aber so lange, wie die Mutter noch nicht wieder richtig wach ist, muss der Kontakt durch den Menschen beaufsichtigt werden.

  

Wie wird die Katze nach der Operation versorgt ?

Es ist lebenswichtig, dass die Katze in den ersten Stunden nach einer OP überwacht und warm gehalten wird. Allerdings sollte man sie auch nicht überhitzen. Für den Weg aus der Arztpraxis Nachhause sollte bereits gewährleistet sein, dass das Tier nicht auskühlt. Hier haben sich Wärmflasche und Wolldecke bewährt.

Da die Katze meist mehrere Stunden braucht bis sie wieder richtig wach ist, sollte sichergestellt sein, dass sie sich in dieser Zeit nicht verletzen kann. Optimal wäre es, wenn eine größere Transportbox bereitstünde, in der sie sich etwas bewegen kann.

   

Für Rückfragen stehe ich natürlich weiterhin gerne zur Verfügung.
 

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~ In liebevoller Erinnerung ~


Ishanja V Februar 2006